Zum akustischen Zentrum von Gehörgangssonden

TitleZum akustischen Zentrum von Gehörgangssonden
Publication TypeConference Publication
Year of publication2011
AuthorsFedtke, T., M. A. Zebian, and J. Hensel
Conference nameFortschritte der Akustik - DAGA | 37. Jahrestagung für Akustik
Conference locationDüsseldorf
Pagination365 - 366
Abstract

Häufig wird bei Schalldruckmessungen im Gehörgang vereinfachend angenommen, dass das akustische Zentrum einer Gehörgangssonde mit dem geometrischen Ort ihrer Einsprechö nung übereinstimmt.

Je größer jedoch der Querschnittssprung zwischen dem Gehörgang und der Einsprechö nung des zum Sondenmikrofon führenden akustischen Rohrs ist, desto größer wird der Einfluss dieser Ankopplungsstelle, und desto weiter entfernt sich das akustische Zentrum von dieser. Es verschiebt sich in Richtung des Mikrofons, was sich durch eine Verminderung der (Antiresonanz-) Frequenz bemerkbar macht, bei welcher der Abstand des akustischen Zentrums zum reflektierenden Trommelfell genau der Viertelwellenlänge entspricht.

Deshalb ist für die exakte Bestimmung der individuellen Gehörgangslänge mit akustischen Mitteln die genaue Kenntnis des Ortes des akustischen Zentrums erforderlich. Die Geometrie der Ankopplungsstelle zwischen der Sonde und dem Gehörgang muss also berücksichtigt werden.

Mittels FEM-Simulationen von Gehörgangssonden in Modellgehörgängen verschiedenen Durchmessers und unterschiedlicher Form wurde der Einfluss von Sonden- und Gehörgangsgeometrie auf die Lage des akustischen Zentrums untersucht. Die Ergebnisse werden unter Berücksichtigung aus der Literatur bekannter mathematischer Beschreibungen der Stoßstellen zwischen Rohren [1] mit Messungen an physikalischen Gehörgangsmodellen verglichen.

[1] Karal, F. C.: The Analogous Acoustical Impedance for Discontinuities and Constrictions of Circular Cross Section.
In: JASA 25 (1953), S. 327-334