Variation der Einstecktiefe der DPOAE-Sonde im Gehörgang zur trommelfellbezogenen Kalibrierung der Stimuli

TitleVariation der Einstecktiefe der DPOAE-Sonde im Gehörgang zur trommelfellbezogenen Kalibrierung der Stimuli
Publication TypeConference Contribution
AuthorsZebian, M. A., J. Hensel, and T. Fedtke
Conference name14. Jahrestagung "Lärm und Gehör"
Conference locationJena
PublisherDeutsche Gesellschaft für Audiologie
Year of publication2011
Abstract

Der Nachweis otoakustischer Distorsionsprodukte (DPOAE) stellt eine Funktionsprüfung für den cochleären Verstärker dar. Eine unzureichend genaue Stimulus-Kalibrierung kann allerdings dazu führen, dass fälschlicherweise die physiologisch vorhandenen DPOAEs nicht registriert werden, oder dass irrtümlicherweise messtechnische Artefakte als DPOAEs nachgewiesen werden. Durch die Überlagerung des eingespeisten und des am Trommelfell reflektierten Schalldrucks entsteht ein Muster aus stehenden Wellen im Gehörgang. Prinzipiell würde ein Mikrofon am Trommelfell [1] oder ein Lautsprecher am Trommelfell [2] die Stimulus-Kalibrierung wesentlich verbessern. Diese Ansätze sind allerdings für die klinische Praxis wenig tauglich, was unter anderem daran liegt, dass die Platzierung einer Sonde in direkter Nähe des Trommelfells für den Probanden unangenehm sein kann und die Gefahr einer irreversiblen Schädigung des Trommelfells in sich birgt. Damit bleibt die Herausforderung, ein einfaches Kalibrierverfahren zu finden, mit dem der Trommelfell-Schalldruck ausreichend genau ermittelt werden kann, bestehen. Eine näherungsweise Nachbildung des Gehörgangs durch ein eindimensionales Wellenleitermodell ist dazu bis 6 kHz geeignet [3]. Allerdings ist die Gehörgangslänge durch den schrägen Abschluss des Gehörgangs nicht eindeutig definiert. Welche Länge muss für die Schalldrucktransformation zugrunde gelegt werden? Wie genau ist die Schätzung des Trommelfellschalldrucks aus Messungen am Gehörgangseingang mittels der eindimensionalen Wellenleitertheorie?

[1] Siegel J H, Hirohata E T (1994) Sound calibration and distortion product otoacoustic emissions at high frequencies. Hear Res 80, 146–152

[2] Zebian M, Hensel J, Fedtke T (2010) Calibration of otoacoustic emission probes with a simulated reference loudspeaker at the eardrum. 1st EAA – EuroRegio Congress on Sound and Vibration, Ljubljana

[3] Stinson M R (1985) The spatial distribution of sound pressure within scaled replicas of the human ear canal. J Acoust Soc Am 78, 1596–1602

KeywordsDPOAE-Sonde, Gehörgangsmodell, Kalibrierung